AkupunkturAkupunktur ist als Teil der ganzheitlichen Chinesischen Medizin eng mit der Philosophie und der Kultur Chinas verbunden.
Die Entwicklung der Medizin im alten China wurde sehr stark durch die Beobachtung von Natur und Lebenszyklen und deren Wirkung auf den menschlichen Körper geprägt. Zusammen mit verschiedenen religiösen Strömungen bildeten sich so die Konzepte von Yin und Yang und den 5 Wandlungsphasen und somit die Grundlage der Chinesischen Medizin.
In der traditionellen fernöstlichen Medizin werden Krankheiten und Beschwerden nicht einzelnen Organen oder Körpersubstanzen angelastet, sondern als Störungen im körperlichen Gleichgewicht und als Behinderung von Energieflüssen gesehen.
Ist der harmonische Qi-Fluss (siehe unten) im Körper behindert können Unwohlsein, Beschwerden, Schmerzen oder Krankheiten auftreten. Diese können sowohl körperliche (Unfälle, falsche Ernährungsgewohnheiten) als auch psychische (schwierige Lebenssituationen, Stress) Ursachen haben.
Akupunktur greift regulierend ein und stellt den harmonischen Qi-Fluss im Körper wieder her. Mit Qi-Fluss ist die Zirkulation von Energie in den Meridianen/ Leitbahnen bezeichnet. Der gesamte Menschliche Körper ist mit einem Netz von Meridianen durchzogen, welches die Organsysteme miteinander verbindet und ein Teil davon sich an der Körperoberfläche darstellt. Auf den oberflächlichen Meridianen liegen Akupunkturpunkte, die dem/der Akupunkteur/in erlauben in das komplexe System einzugreifen.
Mit einer ausführlichen Befragung über Beschwerden, Lebens- und Essgewohnheiten, Krankengeschichte usw. und in Kombination mit Zungen- und Pulsdiagnose ergibt sich für jeden Menschen ein individuelles Muster. Auf diesem Muster wird die Behandlungsstrategie aufgebaut.
Die Akupunkturbehandlung ist je nach Technik sehr unterschiedlich. In der Regel sollte jedoch die Nadelung so gut wie schmerzfrei sein. Auch gibt es eine große Bandbreite an verschiedenen Akupunkturnadeln, die sich im Material, Beschichtung, Länge und Dicke unterscheiden um sich den verschiedenen Körperstrukturen anzupassen.
Eine Behandlung dauert ungefähr 30-60 Minuten und sollte je nach Beschwerde wöchentlich vorgenommen werden. Akupunktur baut auf vorherigen Behandlungen auf und entfaltet seine Wirkung meistens erst über einen längeren Zeitraum. Bei Schmerzzuständen tritt oft nach einer Behandlung eine Besserung ein, jedoch kann sich ohne weiter Behandlung nach kurzer Zeit wieder eine Verschlechterung einstellen.
Akupunktur hat sich, um nur einige Beispiele zu nennen, bei vielen Beschwerde- Krankheitsbildern bewährt:
Kopfschmerzen/ Migräne
Immer wiederkehrende Infekte/ schlechtes Immunsystem
Asthma
Allergien
Verdauungsprobleme
Menstruationsbeschwerden
Probleme mit den Wechseljahren
Rückenschmerzen
Schlafproblemen
Rheumatische Beschwerden
Raucherentwöhnung usw.
Empfehlenswert ist es, die Erfolgsaussichten in einem meist kostenfreien Beratungsgespräch abzuklären.
Die Kosten für eine Akupunkturbehandlung liegen je nach Therapeut und Abrechnung zwischen 35 und 80 Euro. Private Krankenkassen und private Zusatzversicherungen übernehmen in der Regel die Kosten für diese Behandlung. Auch geben viele Therapeuten Preisnachlässe für Studenten, alleinerziehende Elternteile, Arbeitslose, Rentner usw.
Gesetzliche Krankenkassen übernehmen teilweise die Akupunkturbehandlung bei Vertragsärzten.
Jedoch ist auf die Qualifikation dieser Ärzte zu achten. Das A-Diplom umfasst 140 Ausbildungsstunden und das B-Diplom 350 Stunden und kann somit nur die Oberfläche der chinesischen Medizin abhandeln und reicht ohne weiter Aus- bwz. Weiterbildung meiner Meinung nicht zu einer qualifizierten Behandlung. Ebenfalls sind manche Heilpraktiker nicht richtig in Chinesischer Medizin/ Akupunktur ausgebildet und es ist ratsam sich Therapeuten über eine anerkannte Gesellschaft vermitteln zu lassen z.B. bei der Arbeitsgemeinschaft für klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V.: www.agtcm.de.
Verfasst von: Anja Stiehle, Heilpraktikerin in Berlin
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