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Ulrike Peter

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Psychischen Erkrankungen auf den Grund gehen: Wenn das Unterbewusstsein die Oberhand hat

Immer mehr Menschen leiden heute unter psychischen Erkrankungen und Erschöpfungserscheinungen wie zum Beispiel dem Burnout-Syndrom.
Die Behandlungsmethoden sind vielfältig. Dabei stellt sich jedoch die Frage: Entstehen diese Krankheiten durch äußere Einflüsse wie Stress und sind mit Erholung und Medikamenten in den Griff zu bekommen – oder sitzt die Ursache tiefer und es schlummert etwas im Unterbewusstsein des Menschen? Um dies herauszufinden, gibt es Möglichkeiten, dem Innenleben auf den Grund zu gehen, um das Problem dort zu beheben, wo es verwurzelt ist.

Warum ist ein Mensch so wie er ist und kann sich nur bedingt mit eigener Kraft verändern? Wenn Theorien aufgestellt werden wie „Jeder Mensch kann sich ändern“ ist dies zwar leicht gesagt, aber in der Praxis schwer umsetzbar – zumindest auf bewusster Ebene. Es erweist sich als schwieriges Unterfangen, denn dieser Umdenkprozess muss aus dem tiefsten Inneren heraus resultieren. Beispielsweise können tief verwurzelte Eigenschaften nicht einfach durch den Willen „abgestellt“ werden oder echte Erschöpfungserscheinungen nicht durch ein paar Nächte längeren Schlaf gelöst werden.

Aber wie funktioniert das Individuum denn dann? Menschen sammeln von Geburt an positive sowie negative Erfahrungen, die im Inneren abgespeichert werden und jeden Einzelnen formen und beeinflussen. Sowohl die Rolle des Bewusstseins als auch die des Unterbewusstseins ist dabei stark ausgeprägt. Doch letzteres wird von den meisten Menschen kaum wahrgenommen und bewertet, da viele an¬nehmen, dass sich alles auf der bewussten Ebene abspielt. Doch dies erweist sich als Trugschluss. Das Unterbewusstsein hat in Wirklichkeit die Oberhand – und um dorthin einen Zugang zu erlangen, gibt es verschiedene Wege.

Die Entstehung psychischer Probleme
Beginnen wir in der Kindheit. Bereits in ganz jungen Jahren werden Verhaltens-weisen geprägt. Dies geschieht durch Erfahrungen sowie das Vorleben und Beeinflussen durch die Familie und das Umfeld. Erfahren wir beispielsweise eine Kritik wie „Du hast zwei linke Hände“, kann ein Kind dies nicht werten, sondern nimmt es erst einmal auf und speichert es tief im Innern ab. Bekommt es ein zweites und drittes Mal zu hören „Ich habe doch gesagt, dass Du zwei linke Hände hast“, festigt sich dieser Satz und das Kind glaubt tatsächlich, dass es zwei linke Hände hat. Es fühlt sich unfähig, vielleicht sogar wertlos, und das Selbstwertgefühl ist beeinflusst. Positive Äußerungen in diesem Zusammenhang, wenn dem Kind etwas gelingt, nimmt es dann oft nicht mehr wahr und lehnt Lob automatisch ab, weil sich dieser negative Ausspruch festgesetzt hat.

Durch das mangelnde Selbstwertgefühl, das sich im Unterbewusstsein zu früheren Zeiten eingeschlichen und festgesetzt hat, ist ein Mensch geprägt und verhält sich entsprechend. Einge¬brannte Worte, die mehrfach wiederholt wurden, sind fest verankert und ziehen sich wie ein roter Faden durch das Leben. Da stellt sich die Frage: Lässt sich das Unterbewusstsein beeinflussen und können bestimmte Verhaltensmuster verändert werden?

Bewusster und unbewusster Einfluss
Das Bewusstsein ist der Teil des Geistes, der beabsichtigt Entscheidungen trifft, Lebenserfahrungen auswertet und somit das weitere Handeln aktiv bestimmt. Täglich fließt eine Informationsflut in unsere Köpfe und wird vom Bewusstsein automatisch abgespeichert. Dieses ist demnach mit sichtbaren Dingen beschäftigt bzw. mit dem, was von unseren Sinnen erfassbar ist. Und diese visuelle Wahrnehmung öffnet die Tür zum Unterbewusstsein.

Das Unterbewusstsein speichert die grundlegenden Erfahrungen in der prägenden Entwicklungsphase und bildet damit die Persönlichkeit, die sich im Laufe des Lebens weiterentwickelt. Neue Erfahrungen werden in der Regel nicht sofort erkannt, da das Unterbewusstsein sie noch nicht einordnen kann, wenn bisher nichts Ähnliches erlebt wurde. Auf Grund dessen speichert es diese als neues Gefühl ab und wertet dieses positiv oder negativ aus. Positiv sowie negativ Erlebtes wird wie auf einer Festplatte im Unterbewusstsein abgespeichert und ähnliche Erlebnisse werden diesen Kategorien hinzugefügt. Das Unterbewusstsein verändert sich demnach nur mit Hilfe bildhafter Gedanken, Gefühle sowie durch neue Erfahrungen.

Das Unterbewusstsein wird jedoch erst aktiv beeinflussbar, wenn das Bewusstsein ausgeschaltet ist – entweder im Trancezustand oder im Schlaf. Um dieses positiv zu verändern, muss das Unterbewusstsein einer Art „Reinigungsprozess“ unterzogen werden. Beispielsweise ermöglicht es der Zustand der Hypnose, auf tiefe seelische Regungen zuzugreifen und auf diese einzugehen, um sie zu ordnen.

Der Zugang zum Unterbewusstsein
Bereits vor mehreren tausend Jahren wurde die Hypnose – mehr oder weniger zufällig – in Asien entdeckt. Ein Beispiel dafür sind Schlaftempel in Indien, in denen kranke Menschen schliefen. In der Nacht flüsterten Priester ihnen Suggestionen zur Heilung ins Ohr, die im Unterbewusstsein aufgenommen wurden und dort positiv wirkten.

Auch die heutige Wissenschaft beweist, dass Affirmationen, Suggestionen, Hypnosen und ähnliche Methoden eine Wirkung auf die menschliche Psyche und Physis ausüben. Dabei ist es wichtig, dass die „Resonanzfrequenz“ der Schwingungen und der Gedanken auf den jeweiligen Menschen abgestimmt ist, damit dieser sich auch wirklich „angesprochen“ fühlt.

Um genau dies zu erreichen, muss das Unterbewusstsein zugänglich gemacht werden. Die Hypnose ist eine einfache sowie schnelle und zugleich effektive Methode, um Änderungen des Unterbewusstseins vorzunehmen und das dort „falsch“ abgespeicherte Programm förmlich umzuschreiben. Denn das Unter-bewusstsein empfängt die Daten, ohne zu werten, kritisieren oder vergleichen. Es nimmt nur durch die vermittelten geistigen Eindrücke wahr und speichert diese ab, aber ist nicht in der Lage, Entscheidungen zu treffen. Die in der Hypnose suggerierten Worte werden verankert und beeinflussen unser späteres Denken und Handeln.

Bewusstmachen, Ziele setzen, umprogrammieren
Die Hypnose lässt sich beschreiben wie eine Art Trancezustand. Jeder von uns hat sich schon mehrfach in seinem Leben in so einem Zustand befunden. Ein gutes Buch zum Beispiel fesselt uns so sehr, dass wir die komplette Umgebung um uns herum vergessen. Auch ein guter Film kann diese Wirkung auf den Menschen ausüben. Die Hypnose ist ebenfalls eine Form von Trance, die verschiedene Tiefegrade hat und aktiv herbeigeführt wird.

Beispielsweise David Woods, Experte für klinische Hypnose und Geschäftsführer des Hypnose-Zentrums Bayern, arbeitet zur Lösung psychischer Erkrankungen oder bei Suchtverhalten mit folgender Vorgehensweise: Bewusstmachung, Ziele setzen, Veränderung herbeiführen. Die Bewusstmachung geschieht im analytischen Vorabgespräch und dient dazu, herauszufinden, wo das Problem in seinem Ursprung liegt. Danach gilt es, dass der Betroffene sich über seine Ziele im Klaren wird und diese definiert. Er sollte formulieren, was er wirklich ändern oder sein möchte. Der dritte Schritt ist die „Programmierung“, bei der der Hypnotiseur den Betroffenen in den Hypnosezustand versetzt und dessen Bewusstsein keine Wertungen und Blockaden mehr bilden kann. Somit verschafft sich der Hypnotiseur Zugang zum Unterbewusstsein und kann dieses beispielsweise durch Suggestionen anhand der im Vorfeld erlangten Informationen in vielerlei Hinsicht positiv beeinflussen und umprogrammieren.

Burnout und Negativfaktoren im Keim ersticken
Auf diese Art und Weise können zum Beispiel psychische Krankheiten – die aus dem tiefsten Inneren resultieren – behandelt werden. Menschen sind so in der Lage, sich innerlich und damit in ihren äußeren Verhaltensweisen zu verändern. Nämlich dann, wenn dem Unterbewusstsein des Erwachsenen, dem als Kind die linken Hände eingeredet wurden, beispielsweise suggeriert wird, dass er viel erreichen kann und besondere Fähigkeiten hat. Dort, wo früher negative Äußerungen abgespeichert wurden, werden diese nun durch positive ersetzt.

Auf diese Art lassen sich auch Stressoren, die durch wiederholte Ereignisse wie Termindruck, Mobbing sowie vieles mehr entstehen und Erschöpfungssyndrome wie Burnout auslösen, behandeln.
Hypnotisieur David Woods erklärt: "Noch nie habe ich so viele Burnout-Patienten wie heute behandelt. Es kommen Betroffene zu mir, die körperlich, geistig und emotional völlig ausgebrannt sind und dadurch teilweise sogar existenzgefährdet sind. Was als Stress bzw. Erschöpfung wahrgenommen wird, sind oft individuelle Reaktionen auf immer wieder kehrende äußere Einflüsse. Die Hypnose trägt dazu bei, die Ursachen zu bekämpfen und loszulassen sowie für die Zukunft das richtige Stressverhalten zu erlernen."